Allergiker
Die moderne Medizin hat eine enorme Vielfalt von Medikamenten auf den Markt gebracht, die bei vielen akuten und chronischen Krankheiten wirksam sind. Allerdings gibt es eine Schattenseite, die nicht zu unterschätzen ist:
Es sind dies die Nebenwirkungen von Medikamenten.
Gerade in Notfallsituationen in denen der Allergiker selbst keine Auskunft über seine Allergien machen kann z. B. bei Bewusstlosigkeit, kann mit Hilfe der Notfallmarke die Allergie des Markenträgers so dem medizinischen Personal aufgezeigt werden.
Hierdurch kann das Auslösen lebensbedrohlicher Allergien vermieden werden.
Aber es geht hier nicht nur um allergieauslösende Medikamente. Auch die Unverträglichkeit von z. B. Materialien (z. B.. Latex), Lebensmitteln, Umweltgiften oder Tierhaaren führt häufig zu großen Beschwerden. Insbesondere sind hier schwere Asthmaanfälle genannt.
Beispiel für eine LATEX - Allergie:
Latexallergie
Na und???
FALLBESCHREIBUNG AUS DER PRAXIS
(mit freundlicher Genehmigung von
der laiv.de - Latexalergieseite)
Nicht nur ein Handschuhproblem
Stellen Sie sich vor, es kommt eine neue Patientin zu Ihnen mit unklaren Herz- Kreislaufbeschwerden. Bei der Anamnese gibt die Patientin an, auf Avokado und Kiwi allergisch zu reagieren, dazu Juckreiz und Gesichtsschwellung beim Aufblasen von Luftballons auf einem Kindergeburtstag. Sie ordnen ein EKG und Blutentnahme an. Davor wird noch der Blutdruck gemessen.
Nach dem Anlegen der Blutdruck-Manschette berichtet die Patientin über einen Juckreiz im Bereich der Manschette, der sich nach Abnehmen der Manschette wieder bessert.
Das EGK wird geschrieben. Die Gummisaugnäpfe hinterlassen deutliche Rötungen , die ebenfalls jucken.
Die Blutabnahme geschieht im Labor, wie üblich mit gepuderten Latexhandschuhen. Im gleichen Raum zieht eine andere Helferin ihre gepuderten Latexhandschuhe aus, die sie getragen hatte.
Die Patientin klagt nun über zunehmenden Schwindel und Atemnot. Stridor tritt auf.
Sie wird auf eine Trage gelegt, der Blutdruck erneut gemessen, er ist deutlich abgefallen.
Die Helferinnen arbeiten weiter mit gepuderten Latexhandschuhen.
Die Patientin wird zunehmend tachykard und zentralisiert, es wird eine Infusion gelegt. Das Infusionssystem enthält ein Gummizwischenstück zum Zuspritzen, die Infusionsflasche einen Kautschuk-Verschlußstopfen. Kurz nach Beginn der Infusion treten Schüttelfrost und eine generalisierte Urtikaria auf, der Blutdruck sinkt weiter. Nun werden Antihistaminika, Kortison und u. U. noch Adrenalin gegeben, alles in das Infusionssystem über das Gummizwischenstück zugespritzt.
Es kommt trotzdem zu einer zunehmenden Schwellung des Gesichts und des Mund- Rachenraums, der zur massiven Atemnot führt.
Der herbeigerufene Notarzt sediert und intubiert die Patientin mit einem PVC-Tubus, aber dazu kommt ein Guedel-Tubus aus Gummi, beatmet wird über einen Ambu-Beutel aus Gummi. Alles passiert mit Latexhandschuhen.
Die Patientin wird auf die Intensivstation verlegt, wo sich die Situation weiter verschlechtert.
Sie benötigt immer höhere Dosen an Kortison, Adrenalin etc. Sie muß maschinell beatmet werden mit einem Gerät, das Gummiteile (z.B. Beatmungsschläuche) enthält. Parallel dazu laufen noch Medikamentenperfusoren, alle mit latexhaltigem Kolbenstopfen.
Die Beatmung ist nicht suffizient einzustellen, es wird noch ein Pulmonaliskatheter (mit Latexballon) gelegt. Immer noch werden Latexhandschuhe verwendet.
Die Patientin liegt dazu in einem Mehrbettzimmer, wo auch die benachbarten Patienten mit gepuderten Latexhandschuhen behandelt werden. So ist im Krankenzimmer immer latexhaltiger Puderstaub vorhanden, da in hier häufig Handschuhe gewechselt werden.
Der Ausgang der Geschichte ist ...?????
Ein Horrorszenario? Unrealistisch? Keineswegs. Die Patientin hat eine schwere Latexallergie, und die zunehmende Antigenzufuhr durch die zahlreichen latexhaltigen medizinischen Artikel, die routinemäßig täglich in der Praxis verwendet werden ( und die zunehmende Antigenzufuhr durch die zahlreichen latexhaltigen medizinischen Artikel, die routinemäßig täglich in der Praxis verwendet werden (oben fettgedruckt) hat sie in Lebensgefahr gebracht. Kaum ein Arzt, Zahnarzt, Klinik und vor allem, bisher noch kein Notarzt ist auf Latexallergiker eingestellt.
Allergikerinfo
